Eigentlich bin ich heute mit einem mulmigen Gefühl zu meinem ersten Würzburger Poetry Slam gegangen. Denn während meines Studiums in Ansbach erzählte man sich, dass die Würzburger eine richtige Freakshow abziehen würden. Und wenn ich mich da an einen Ansbacher Poetry Slam erinnere … na ja, sehr gut in Erinnerung ist mir zum Beispiel ein schwülstiger Anfall von „Ich will meinen Ex-Freund zurück“-Lyrik einer Vortragenden, während im Publikum ihr aktueller Freund aus irgendwelchen Gründen kurz vor der Explosion stand.
Zeit sich also endlich den ersten Würzburger Poetry Slam anzusehen, natürlich auf dem diesjährigen Umsonst & Draußen im Zirkuszelt – was man bei dem einsetzenden Regen sehr zu schätzen wusste. Allerdings habe ich mich dann vom Guitar Challenge Spectacle so lange ablenken lassen, dass ich gut fünf Minuten zu spät kam und gerade noch ins Zelt passte. Also hieß es dann den Poetry Slam durchstehen.
Wenn man mich persönlich fragt, bin ich ja der Meinung ein Text, der erst wirkt, wenn er performt wird, ist kein guter Text. Aber bei einem Poetry Slam kommt es eben doch auch auf die Performance an, ohne dabei den Text zu vernachlässigen. Geboten wurde dann die gesamte Bandbreite, vom Frankenslang bis zum Politikkritik, von „Geöffnete Tür“-Phobien bis zu „Opfer von Vergewaltigungen“-Geschichten.
Durchs Programm führte Christian Ritter, der sich dann auch schon mal der Demokratie beugen musste und als Organisator ein Halbfinale mit fünf Slamern veranstaltete, statt der üblichen vier Teilnehmer. Was sich als ziemlich gute Entscheidung erwies, schließlich kam auf diese Weise Daniel Wagner ganz sicher ins Halbfinale und schließlich auch ins Finale, bis dahin hatte er brüllend mit auch mal brüllend komischer aber immer kritischen Gesellschaftskritik das Publikum längst für sich gewonnen.
Nach runden zwei Stunden konnte Daniel Wagner dann den Inhalt des Müllsackes sein eigen nennen, der vorher im überfüllten Zirkuszelt die Runde machte und in dem neben Müll auch die ein oder andere Münze, Haarschmuck und Bademütze landete – Bademütze? Okay, draußen hatte es zwar zu regnen begonnen, aber auf’s Umsonst & Draußen mit einer Badeausrüstung zu gehen erscheint selbst mir altem Pessimisten zu düster auf die Wetteraussichten geblickt.
Sei’s drum, das war er also, mein erster Würzburger Poetry Slam … eigentlich schade, dass der nächste erst im September ansteht.















In Ansbach heißt es also, der Würzburger Slam sei ne Freakshow? Die können es sich ja rausnehmen mit ihren Pipikackafickifickitexten, die man dort unverhältnismäßig oft zu hören bekommt.^^
Deinem Schlusssatz ist zuzustimmen, aber ich brauch auch mal ne Pause.