Kostümiert berittene Bereitschaftspolizisten stürmen die Würzburger Festung, 200 Pferde im Einsatz und selbst der Fürst von Castell hat seine Araberhengste für die Filmaufnahmen bereitgestellt. Würzburg als Drehort eines Mantel- und Degenfilms! Allerdings nicht für “Die 3 Musketiere”, denn bis sich Orlando Bloom und andere Frauenlieblinge im historischen Gemäuer der Festung duelieren ist es noch ein bisschen hin. Filmerfahrung kann man dort aber schon jetzt aufweisen, als damals 1955 “Der Cornet – Die Weise von Liebe und Tod” gedreht wurde.
Man wird ja noch träumen dürfen
Mit einem großen Staraufgebot konnten die Filmemacher damals noch nicht punkten, dafür soll die Uraufführung im Würzburger CC-Theater damals eine große Nummer gewesen sein. Filmriss eingeschlossen, ausgerechnet als ein Akteur gesagt haben soll, das man von dieser Stelle aus am besten sehen könne – so ist es zumindest in Margit Maiers Buch “Das Geschäft mit den Träumen” nachzulesen.
Ob die Würzburger damals auch schon so verrückt gespielt haben? Man müsste mal ein paar Zeitzeugen fragen. Im Augenblick scheint es ja so, als würde sich die hiesige Bevölkerung in Sachen “Die 3 Musketiere” nur noch in zwei Gruppen aufteilen.
Gruppe 1: Die Würzburgerinnen, voller Vorfreude einen kurzen Blick auf Schönling und Ex-Legolas Orlando Bloom werfen zu können. Warum auf Bloom mit freier Sicht in 3D auf der Leinwand warten, wenn man weit abgedrängt von den Dreharbeiten jemanden in echt sehen könnte, der vielleicht Orlando Bloom sein könnte.
Gruppe 2: Die Würzburger, voller Vorfreude sich in die schöne Zeit der Kindheit zurückfechten zu dürfen und den Spieltrieb als Komparse voll ausleben zu können. Gut, die Jobs als junge Komparsen sind hart umkämpft und die Rolle dürfte wohl hauptsächlich darin bestehen rumzustehen. Fechten wird wohl lieber den Profis überlassen, das senkt auch die Ausgaben der Krankenkassen im Nachklapp zum Filmdreh.
Und nach dem Aufwachen gibt’s auch noch was zu tun
Aber man wird ja wohl träumen dürfen, wenn die Traumfabrik schon einmal in der mainfränkischen Provinz zu Gast ist. Am Ende jedoch sollte man sich dann lieber wieder über wichtigeren Dinge Gedanken machen. Und ob das Weltkulturerbe, das die Filmemacher wohl auch anlockte, noch Weltkulturerbe bleibt, ist dann sogar noch eines der kleineren Probleme, um die sich Würzburger besser kümmern sollten.



























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