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Ausgestellt: „Schön und hässlich“ in Schweinfurt

Schön vs. hässlich, Kunst vs. Kitsch - ist gar nicht so einfach.

Ist das Gute per Definition schön und das Böse dann dementsprechend hässlich? Darauf ein schnelles “Ja” zu antworten liegt auf der Zunge, es sei denn natürlich, man denkt an die Verführungskünste des Bösen. Aber vielleicht macht es ja auch gar keinen Unterschied, so wie bei den beiden Schlümpfen, die sich in einer Vitrine der “Schön und Hässlich”-Ausstellung im Schweinfurter Museum Georg Schäfer gegenüberstehen. Ein Teufelchenschlumpf Angesicht zu Angesicht mit einem Engelchenschlumpf: Ein- und dieselbe Figur, nur in einem anderen Outfit.

Geschmack in unterschiedlichen Dimensionen

Bei derartigen Ausstellungstücken schwimmt natürlich ein weiterer Titelbestandteil der Ausstellung mit, es geht auch um die “Dimensionen des Geschmacks”. Auch das hat schließlich mit Schönheit und Hässlichkeit zu tun und wird in der Ausstellung behandelt. Die “100 Meisterwerke & wunderliche Schöpfungen” decken eben alles ab, vom Kitsch bis zur großen Kunst, wenn man das denn am Ende so genau trennen kann. Denn was Kitsch und was Kunst ist, liegt jenseits der Kataloge und Kritikermeinungen, letztlich doch im Auge des Betrachters. Das ist so ähnlich wie mit der Schönheit, denn “Schönheit ist keine Eigenschaft der Dinge an sich”, wusste schon David Hume, “Sie ist lediglich in dem Geist vorhanden, der die Dinge betrachtet”. Das erklärt dann auch Hummelfiguren, der Inbegriff des “Heile Welt”-Kitsches oder Trolle mit pinken Haaren auf der einen Seite und Gemälde auf der anderen Seite.

So gibt es auch den meisten unbekannte Gemälde zu entdecken, wie die “Dämonische Landschaft” von Carl Blechen. Eine ganze Geschichte in einem einzelnen Ölgemälde zusammengefasst, in der das böse recht klassisch als Dämon hervortritt, der einem Schützen ins Ohr flüstert zu schießen. Auf die Taube, die über dem anderen Ufer fliegt, oder auf seine winkende Verlobte? Wer weiß schon, was das Böse ihm dort ins Ohr flüstert und über was die dunklen Wolken des Grauens und des Vergessens bald ihren düsteren Schatten legen werden … Mein persönliches Lieblingsbild dieser mehr als sehenswerten Ausstellung.

Natürlich waren auch die Kollegen von TV touring Schweinfurt in der Ausstellung des Museums Georg Schäfer, sehen Sie hier ihren Bericht aus TV touring Aktuell:

Die Ausstellung “Schön und hässlich” im Schweinfurter Museum Georg Schäfer dauert noch bis zum 18. April. Mehr dazu unter www.museumgeorgschaefer.de.

Dieser Artikel erschien ursprünglich auf www.mainfrankenzweinull.de und wurde vom Autor leicht überarbeitet.

Razzia im Kloster Ettal

Kloster Ettal…. Seit vergangener Woche ein Schlagwort, das nicht nur mein Vertrauen in die Institution Kirche erschüttert, sondern auch Mitleid und Angst verursacht.

Mindestens 20 ehemalige Schüler haben sich nach Medienberichten bislang gemeldet mit Vorwürfen gegen 4 Padres, von denen einer schon gestorben ist. Sexueller Missbrauch, körperliche Gewalt und Misshandlungen von Kindern und Jugendlichen. Grund genug für eine Razzia!

Bundesweit werden immer mehr Fälle bekannt

Die Meldungen über vergleichbar verletzende Fälle wie im Kloster Wechselburg bei Chemnitz, im Benediktinerkloster St. Ottilien bei Aschaffenburg oder aus dem Kloster Lebenhan bei Bad Neustadt reißen nicht ab. Ganz abgesehen von den publik werdenden Missbrauchsfällen bundesweit.

Auch gegen den Würzburger Franziskaner-Minorit Damian liegen Anschuldigungen wegen sexueller Übergriffe vor. Ein damaliger Schüler berichtete der Lokalpresse von „Ringkämpfen in Unterhosen“ aus seiner Zeit als Rektor des Bonner Internats St. Ludwig.

Gibt es ein größeres Paradoxon als die Tatsache, dass christliche Betreuer ihren Schutzbefohlenen nicht nur körperliche sondern, ein Leben lang anhaltende, quälende seelische Schäden zufügen?

Unter welchem Druck die Opfer standen beweist eindeutig die Tatsache, dass erst jetzt, zum Teil nach Jahrzehnten von den Betroffenen der Mut gefunden wird, die Wahrheit öffentlich auszusprechen. Ist der Grund dafür Lähmung oder etwa Einschüchterung?

Ein ernst zu nehmendes Thema

Pädophilie ist ein ernst zu nehmendes Thema. War den verantwortlichen Geistlichen, die von den Fällen wussten oder auch nur ahnten, was vor sich ging, nicht bewusst, dass die Kinder und Jugendlichen darunter litten und leiden? Wir stellen uns jetzt die Frage: Warum wurde geschwiegen? Die Diözese hätte unmittelbar handeln können und somit weitere Übergriffe vermeiden.

 Völlig unpassend in diesem Zusammenhang klingen für mich die Worte „strafrechtlich verjährt”.  Für die Opfer gilt schließlich auch nicht der Satz “Zeit heilt alle Wunden.”


Buchkritik: „Das Caffeehaus“ von Roman Rausch

Die Würzburger Residenz, Lebenswerk von Balthasar Neumann.

Aus dem Harem des Wesirs von Belgrad hat es Sabiha ins fürstbischöfliche Würzburg verschlagen. Doch damit ist natürlich für die orientalische Schöne längst nicht alles in Butter, freundlich von einem Landsmann aufgenommen, wird sie kurz darauf als dessen Mörderin falsch verdächtigt und  ins Gefängnis geworfen …

In Roman Rausch’ ersten Historienroman „Das Caffeehaus“ kann der Leser Sabiha durch ihr Auf und Ab begleiten, stets verknüpft mit dem Schicksal von Balthasar Neumann und dessen Lebenswerk der Würzburger Residenz. Rausch’ Erstling im neuen Genre ist bis in kleine Details recherchiert und zeitweise eine Lehrstunde in Würzburger Geschichte und auch in der Geschichte des Kaffees. Leider geht derartige Wissensweitergabe nicht selten zu Lasten der Spannung. Für Geschichtsfans oft ein Leckerbissen, für Leser die der Story und den Figuren wegen zum Buch gegriffen haben, eher ein Grund für intensiveres Querlesen.

Bei den Figuren bleibt Roman Rausch ein Krimiautor durch und durch. Die historisch verbürgten Figuren werden eher beschrieben, als lebendig dargestellt und die erfundenen Nebenfiguren bleiben plakativ. Eigentlich schaden, denn so stark wie Rausch die Leben von Sabiha und Balthasar Neumann verknüpft, hätte man eigentlich erhofft einen literarischen Baumeister kennen zu lernen, der über den historischen Neumann hinaus geht.

Einzig seine Hauptfigur Sabiha sticht hervor, ihr Charakter ist gut gezeichnet und von Zeit zu Zeit hat der Leser den Eindruck selbst ins Innenleben der Frau hinein zu blicken, die er doch durch Jahre hinweg bei ihren Schicksalsschlägen begleitet. Bei dem doch recht offenen Ende kann übrigens gehofft werden, dass in einem zweiten Roman noch ein paar Jahre dran gehängt werden.

Mit seinen Kommissar Kilian-Krimis hat sich Roman Rausch einen guten Namen gemacht, wahrscheinlich kommt deshalb auch „Das Caffeehaus“ um das eigentliche Dilemma dieses Erstlings herum. Denn für Liebhaber von historischen Romanen hat das Buch einige Schwächen, für Leser, die nicht so sehr Historienromane mögen, ist er dagegen zu historisch und deshalb wenig lebendig.


Krankes Kind – Was nun? (Teil 2)

Vor einem guten halben Jahr argumentierte ich mit Engelszungen bei der Stadt Würzburg für einen “Zuhausegesundwerden-Service”. Wenn Eltern arbeiten müssen, kommen Rentnerinnen oder pensionierte Frauen, die sich um kranke Kinder zuhause kümmern.

Mit Geduld zum Leihoma – Service?

Würzburgs OB Georg Rosenthal hat mich mit einem persönlichen pdf vertröstet mit dem Inhalt:  das Anliegen wurde an zuständige Stellen weitergeleitet.

Als ich drei Monate später nochmals telefonisch nachfragte, bekam ich von der rechten Hand des OBs gesagt, dass ichVerständnis haben müsste, dass Anträge bei der Stadt nun eben immer mit Geduld verbunden sein müssten, da Neuerungen nun mal dauern.

Bislang ist noch nichts passiert…

Am Samstag, 20. Februar hat das  ZDF im Länderspiegel über den Münchner Leihomaservice berichtet.

Die Darstellung ist durchweg positiv. Dem Beitrag zufolge klingelt beim nun schon sein 20. Jubiläum feiernden Dienstleister www.zu-hause-gesund-werden.de “fast ohne Unterbrechung das Telefon”.  Die Nachfrage ist groß und zwei Beispiele zeigen sehr anschaulich, dass die Einrichtung eine immense Erleichterung für Familien darstellt.

Den Link zur ZDF-Berichterstattug werde ich an Georg Rosenthal schicken in der Hoffnung, dass sich auch hier in Würzburg etwas in diese Richtung bewegen wird.

Link zum Blog-Text vom 17. Juni 2009


Gute Nachrichten vom Internationalen Filmwochenende

Auch das 36. Internationale Filmwochenende lockte die Besucher an.

Wenn Scott Sanders, Regisseur von “Black Dynamite”, künftig erklärt von William Shakespeare inspiriert worden zu sein, dann hat er das von einer Besucherin der Internationalen Filmwochenendes geklaut. Die hatte sich bei der Blaxploition-Hommage, die im Wettbewerb immerhin den 3. Platz machte, bei einem abgeschlagenen Kopf in den Händen von Black Dynamite kurzerhand an Hamlet erinnert gefühlt und dem US-Regisseur danach gefragt. Vielleicht kommen auch deshalb immer wieder gerne Filmemacher nach Würzburg, um sich Anregungen im Nachhinein zu holen. ;-) Wollen wir mal hoffen, das sie das heute in einem Jahr auch zum 37. Filmwochenende tun können.

Alles anders? Ja und Nein

“Diesmal ist alles anders” hieß ein Kurzfilm von Joya Thome, der während des 36. Internationalen Filmwochenende Würzburg lief. Und der Filmtitel war ein bisschen Programm, obwohl so manches Gott sei dank gar nicht anders war. Rund 12.000 Besucher vermeldete Hannes Tietze bei der Abschlussveranstaltung, damit war so manche Befürchtung zerstreut, die Würzburger Cineasten könnten ähnlich beleidigt sein wie so mancher, der Würzburg als ein einziges Baudenkmal sieht.

Entgegen mancher Befürchtungen, auch in diesem Jahr gut besucht.

Die gute Nachricht lautet also, um einer meiner Lieblingsformulierung aus dem Würzblog zu folgen, das auch manch verklemmte Intellektuelle ihre Jahresration an Körperkontakt wieder beim Filmwochenende bekommen haben. Und den ein oder anderen hat man dann auch gesehen, mit verkniffen-ernstem Gesichtsausdruck und einem Schal um den Hals, der zwar bei den Temperaturen nicht wärmt, aber eben doch intellektuell aussieht. Eine Beschreibung, die, wenn ich darüber nachdenke, auch für mich ganz gut gepasst hätte.

Und schon wieder viel zu wenige Filme gesehen

Und auch mein ganz persönliches Fazit ist übrigens alles andere als neu, es lautete mal wieder, viel zu wenige Filme gesehen. Nur ganze fuenf Filme sind es dieses Jahr am Ende geworden, gemessen an dem was die Organisatoren auch 2010 wieder alles zu bieten hatten eine verschwindend geringe Zahl, oder? Immerhin habe ich es aber in diesem Jahr endlich mal geschafft auch einen Film zu sehen, der am Ende auch ausgezeichnet wurde – merkwürdigerweise ist mir das bisher nie gelungen.


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